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Märkte in Paris: Unsere drei Geheimtipps für Geniesserinnen und Geniesser

Ob Wochenmarkt mit regionalen Spezialitäten oder kleiner Quartiermarkt mit Bio-Brot und Käse: Diese drei Märkte in Paris bieten weit mehr als frische Lebensmittel. Sie sind ideale Orte, um Einheimische zu treffen, zu degustieren und die französische Hauptstadt abseits der Touristenpfade zu erleben.

Märkte in Paris: Hier im Bild der Marché des producteurs de pays, Richard Lenoir Oberkampf, 11. Arrondissement_Beeren
Märkte in Paris: Süsse Beeren von Les Délices de Mady gibt es auf dem Marché des Producteurs de Pays am Boulevard Richard Lenoir im 11. Arrondissement (Silvia für Slow in the City).

Ein Stück Crottin de Chèvre, eine Handvoll Trauben und der Duft frischer Kräuter – auf den Märkten in Paris dauert es oft nur wenige Minuten, bis man mitten im Quartierleben angekommen ist. Wer mit Locals möglichst schnell in Kontakt kommen möchte, besucht am besten einen der zahlreichen Märkte in Paris.

Zugegeben: Wer im Hotel übernachtet und meistens in Restaurants isst, muss eigentlich gar nichts einkaufen. Aber warum nicht mal Gemüse, Früchte oder gleich ein fertiges Gericht vom Markt mitnehmen und das Picknick später in einem Park geniessen? Es gibt ohnehin kaum etwas Schöneres, als in die Düfte eines Marktes einzutauchen und sich von all den Farben verführen zu lassen.

Marché Vincent Auriol, Paris 13. Arrondissement_Früchte
Auf dem Marché Vincent Auriol im 13. Arrondissement kaufen wir Melonen und Granatäpfel fürs Picknick (Silvia für Slow in the City).

Marché Vincent Auriol: Unser Lieblingsmarkt im 13. Arrondissement

Manche zieht es zum Shopping auf die Champs Elysées. Wir flanieren lieber durch die Quartiere und freuen uns, wenn wir ganz zufällig auf einen Markt stossen. Genau so ist es uns auf der 10 000-Schritte-Tour durch das 13. Arrondissement ergangen: Am Boulevard Vincent Auriol landen wir mitten im gleichnamigen Markt, der jeweils mittwochs von 7 bis 14.30 Uhr und samstags von 7 bis 15 Uhr stattfindet.

Marché Vincent Auriol, Paris 13. Arrondissement_Fisch
Frische Doraden auf dem Marché Vincent Auriol (Silvia für Slow in the City).

An diesem Mittwochmorgen im Herbst herrscht schon reger Betrieb. Besonders die Früchte- und Gemüsestände sind ein Fest für die Augen: Äpfel, Kürbisse, Trauben, Pilze, Kartoffeln oder Bohnen leuchten um die Wette. Und vieles kostet deutlich weniger als beim Grossverteiler. Daneben locken Nüsse und Trockenfrüchte, ein paar Meter weiter preist der Fischhändler seine frischen Doraden an. Und dann erst der Käsestand: Morbier, Tomme à l’ail des Ours, Coulommiers lait cru, Tomme aux fleurs. Am liebsten würden wir gleich mehrere mitnehmen.

Natürlich darf auch ein Nudelstand nicht fehlen, schliesslich sind wir im 13. Arrondissement mit seiner grossen asiatischen Community. Und schon stehen wir vor dem nächsten Käsestand, dieser bietet vor allem Weichkäse an. Der Fromager reicht uns ein Stück vom Crottin de Chèvre über die Theke. Hm, der schmeckt so gut, dass wir gleich einen ganzen davon mitnehmen. Dazu noch Granatäpfel, eine Melone – und schon ist unser Picknick komplett.

Marché des producteurs de pays, Richard Lenoir Oberkampf, 11. Arrondissement_Honig_2
Nicolas Godbille bietet Akazien-, Wildblüten- und weitere Honige an auf dem Marché des Producteurs de Pays auf dem Boulevard Richard Lenoir (Silvia für Slow in the City).

Marché des Producteurs de Pays: Frankreich an einem Vormittag

Auf dem Weg nach Oberkampf wartet die nächste Entdeckung. Am Boulevard Richard-Lenoir stossen wir auf den Marché des Producteurs de Pays. Diese Produzentenmärkte finden regelmässig – besonders in der Herbst- und Wintersaison – an verschiedenen Orten in Paris statt. Die Stimmung an den improvisierten Tischchen aus gestapelten Gemüsekisten ist herrlich entspannt. Ein Spiegel als Tischplatte und schon geht’s zum Apéro. Un verre de blanc am Vormittag? In Paris scheint sich niemand daran zu stören. Und wieso nicht gleich ein paar Austern dazu?

Märkte in Paris eignen sich zum Degustieren, hier auf dem Marché des producteurs de pays, Richard Lenoir Oberkampf, 11. Arrondissement_Ambiance Dégustation
Auf dem Marché des Producteurs de Pays auf dem Boulevard Richard Lenoir wird auch schon morgens gerne degustiert (Silvia für Slow in the City).

Aus ganz Frankreich kommen die Produzenten hierher, um ihre Spezialitäten feilzubieten. Grosszügige Degustationen gehören selbstverständlich dazu und machen den Besuch zu einem Erlebnis. Bei Les Délices de Mady aus dem Périgord kosten wir wunderbar süsse Beeren und einen Schluck Nectar de fraise. Nicolas Godbille aus der Region Nouvelle-Aquitaine bringt Akazien-, Wildblüten- und weitere Honige mit – dazu Nougat und Lebkuchen.

Besonders neugierig macht uns der Stand von Nicolas Touzanne aus der Region Hautes-Pyrénées. Seine schwarzen Bigorre-Schweine, eine seltene Rasse aus den Pyrenäen, ziehen mit Boudin, Rillettes und Pâté viele Besuchende an. Und auch wir nehmen ein Glas Pâté mit – fürs nächste Picknick.

Marché Alibert, Paris 10. Arrondissement_Fischhändler
Klein und persönlich – der Marché Alibert im 10. Arrondissement (Silvia für Slow in the City).

Marché Alibert: Kleiner Quartiermarkt mit Park nebenan

Klein, dafür umso persönlicher ist der Marché Alibert im 10. Arrondissement, ganz in der Nähe unseres Lieblingshotels La Planque. Er ist nur sonntags von 7 bis 15 Uhr geöffnet. Und trotzdem bekommt man hier alles – Brot und Kuchen in Bioqualität, Oliven und getrocknete Früchte, Meeresfrüchte und Geflügel, Wein, Eier sowie frisches Obst und Gemüse.

Marché Alibert, Paris 10. Arrondissement_Tomaten
Da muss man einfach zugreifen: Frische Tomaten auf dem Marché Alibert (Silvia für Slow in the City).

Wer sich hier ein Picknick zusammenstellt, kann es gleich um die Ecke geniessen. Der Jardin de l’Hôpital Saint-Louis ist ein kleiner Park, der am Wochenende von 11 bis 18 Uhr geöffnet ist – ein echtes Bijou. Angelegt wurde der historische Garten zwischen 1607 und 1612, als König Heinrich IV. hier ein Krankenhaus erbauen liess. Damals diente die Anlage als Quarantänebereich für Pestkranke.

Heute erinnert der grosszügige Innenhof fast an den Place des Vosges im Marais-Quartier. Unser Blick bleibt unweigerlich an einem knorrigen, über 15 Meter hohen Blauglockenbaum (Paulownia imperialis) hängen – einem stillen Zeugen von über vier Jahrhunderten Pariser Geschichte.

Märkte in Paris: Weitere empfehlenswerte Marchés

Marché aux Fleurs Reine Elizabeth II (4. Arrondissement), Place Louis Lépine, Montag bis Samstag, Sonntag Vogelmarkt, einer der ältesten und schönsten Blumenmärkte von Paris
Marché Raspail (6. Arrondissement), Boulevard Raspail, geöffnet Sonntag (Bio-Markt), Dienstag und Freitag
Marché Saxe-Breteuil (7. Arrondissement), Avenue de Saxe, Donnerstag und Samstag, eher gehobener Markt mit direktem Blick auf den Eiffelturm
Marché Bastille (11. Arrondissement), Boulevard Richard Lenoir/Rue Amelot/Rue Saint-Sabin, Donnerstag und Sonntag, gross und lebendig
Marché Popincourt (11. Arrondissement), Boulevard Richard Lenoir/Rue Oberkampf, Dienstag und Freitag, klein und wenig touristisch
Marché d’Aligre (12. Arrondissement), Place d’Aligre, täglich ausser Montag, sehr authentisch, mit Flohmarktbereich.

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