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TEP Ménilmontant – ein Stück wilde Natur
mitten in Paris

Das TEP Ménilmontant am Boulevard de Ménilmontant ist kein gewöhnlicher Park, sondern eine Mischung aus Naturidylle und Nachbarschaftstreffpunkt.

Hinter einem langen schwarzen Tor, verziert mit bunten Schildern, verbirgt sich ein Dschungel von Grün, den man so in Paris nicht erwarten würde. Zufällig stossen wir auf dieses verborgene Refugium, als wir auf dem Weg zum Friedhof Père Lachaise sind, der direkt gegenüber liegt. Wild und ungehemmt wachsen Weidenbüsche und bieten unter den Ästen kleine, schattige Nischen mit Holztischen und Bänken zum Verweilen.

Durch diese Tür gelangt man ins grüne Paradies (Silvia für Slow in the City).

Der Parc Ménilmontant Paris ist ein kreativer Freiraum

Am Boulevard de Ménilmontant 49 ist die Natur Königin: Von den insgesamt 6 000 Quadratmetern Land des TEP (Terre d’Écologie Populaire) Ménilmontant sind 4 000 Quadratmeter der Vegetation überlassen. Jugendliche aus dem Gymnasium nebenan treffen sich in den Wäldchen, Kinder feiern ihre Geburtstage, ältere Leute spielen Schach und andere liefern sich eine Partie Pingpong. Und mittendrin scharren ein paar Hühner durchs Unterholz und gackern um die Wette.

Freilaufende Hühner mitten in Paris (Silvia für Slow in the City)!

Diese grüne Oase im 11. Arrondissement von Paris war einst ein Sportplatz. Im Jahr 2019 sollte hier ein Gebäudekomplex mit 85 Sozialwohnungen, einem Recyclinghof, einer Turnhalle und Gemeinschaftsgärten entstehen. Doch die Anwohnenden besetzten das Gelände, um diesen Freiraum zu erhalten. Verständlich, denn Belleville gilt als das am dichtesten besiedelte Quartier Europas mit der geringsten Grünfläche pro Kopf. Hier zählt jeder Quadratmeter Natur.

Überall findet man kleine Nischen zum Innehalten (Silvia für Slow in the City).
Der TEP Ménilmontant ist auch ein Ort der Solidarität (Silvia für Slow in the City).

Eine lebendige Begegnungszone für alle

Heute ist das TEP Ménilmontant in Paris eine lebendige Begegnungszone für alle. Es ist auch ein Ort der Solidarität, wie der «Armoire solidaire» zeigt – ein Schrank, in dem man nicht verwendete Lebensmittel für andere hinterlegen kann. Ganz von selbst funktioniert der alternative Park nicht: Rund zwanzig Freiwillige übernehmen abwechselnd das Öffnen und Schliessen der Tore. Die «Besetzung» des Geländes ist zwar nach wie vor nicht offiziell, wird jedoch «vom Rathaus geduldet», wie wir erfahren. Ein einzigartiger Ort der Begegnung, des Auftankens und des Experimentierens also, wo man schnell mit den Einheimischen in Kontakt kommt.

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6 Kommentare

  1. Der Link ‚Anfrageformular für Slow in the City-Reisen‘ funktioniert auf meinem iMac (Chrome) leider nicht …?

  2. Witzig, dass ihr von all den Pariser Hotels ausgerechnet das empfehlt, in dem wir letzten August zu Besuch waren. Die (auch dort) winzigen Zimmer ist man in Paris ja gewohnt, die 190 cm langen Betten waren für meinen 197 cm großen Mann Tobias aber inakzeptabel. Die Lage des ‚La Planque‘ zwischen dem hippen Canal St. Martin und dem bunten Belleville ist allerdings wunderbar.

    • Hally Sybille, danke für Deinen Input. Hast Du hier vielleicht eine Marktlücke erspäht? Arbeitstitel für einen neuen Hotel-Blog: Grossartige Hotels für grosse Leute. Oder so. Gruss, -andreas, Slow in the City-

    • Danke liebe Sabín! Es lohnt sich wirklich, diese Ecke von Paris mit der tollen Street Art zu besuchen!
      Silvia von Slow in the City