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Street Art Paris – die besten Murals im 13. Arrondissement

Der Boulevard Vincent-Auriol ist der Street Art Hotspot in Paris.

Wer an Kunst in Paris denkt, denkt an Louvre, Musée d’Orsay oder Centre Pompidou. Sie alle liegen nördlich der Seine. Wer also geht schon in den Süden, um Kunst zu entdecken? Genau das solltest Du aber tun. Du musst dazu nicht einmal zwingend ein Museum betreten – dank Street Art gibt es Kunst unter freiem Himmel, jederzeit zugänglich und erst noch gratis. Besonders eindrücklich zeigt sich das in einem Quartier, das lange nicht als kultureller Magnet galt: im 13. Arrondissement.

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Geheimnisvolle Inschriften von Cryptik und das Mural Les «Perdrix» von WEN2 (Silvia für Slow in the City).

Der Boulevard Vincent-Auriol hat sich in den letzten Jahren zur Hochburg der Street Art in Paris entwickelt. Zwischen Hochhäusern und Metrotrassen sind hier über 30 monumentale Murals entstanden. Ausgangspunkt ist die Place d’Italie, das pulsierende Zentrum des 13. Arrondissements. Nur wenige Schritte entfernt beginnt die urbane Open-Air-Galerie entlang des Boulevard Vincent-Auriol.

Vom Gedicht zum Leuchtturm

Bei der Nummer 171 bleibt man unweigerlich stehen: Die Fassade ist mit geheimnisvollen Inschriften überzogen. Das Werk stammt vom Künstler Cryptik, einem Calligraffitti-Spezialisten. Er hat ein Gedicht des Schriftstellers William Saroyan in Buchstaben umgesetzt, inspiriert von mittelalterlichen Schriften.

Direkt daneben: «Les Perdrix» von WEN2 – eine bretonischer Leuchtturm, der sich über mehrere Stockwerke zieht. Kaum steht man davor, blitzt noch ein weiteres Kunstwerk auf: das Frauenporträt des britischen Künstlers Hush, das östliche und westliche Kunsttraditionen vereint – sehr passend für dieses Quartier.

Frauenbilder mit Symbolkraft

Apropos Frauenbilder: Auf diesem Rundgang begegnen uns noch einige. Nur ein paar Häuserblocks weiter, am Boulevard Vincent-Auriol 155, das Porträt einer Frau. Es heisst Turncoat und ist ein 25 Meter hohes Werk des Engländers D*Face aus dem Jahre 2018. Das farbintensive Porträt zitiert die Ästhetik von Comics und Pop-Art – typisch für seinen Stil.

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Ein Blickfang: Turncoat von D*Face (Silvia für Slow in the City).

Eine besonders bewegte Geschichte erzählt das Werk des US-amerikanischen Künstlers Shepard Fairey, bekannt unter dem Pseudonym Obey. Seine stilisierte Marianne bei der Nummer 141 mit dem Schriftzug «Liberté, égalité, fraternité» (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) entstand 2015 nach den Terroranschlägen in Paris.

Das Mural wurde später von Aktivisten verändert und vom Künstler erneut überarbeitet – heute trägt Marianne eine einzelne Träne. Eine Kopie des Originals hängt in einem von Emanuel Macrons Büros im Elysée-Palast.

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Tränende Marianne von Shepard Fairey alias Obey (Silvia für Slow in the City).

Nur wenige Schritte entfernt erhebt sich «Rise Above Rebel», ein 40 Meter hohes Porträt in seinen charakteristischen Rot-Schwarz-Tönen an der Ecke Boulevard Vincent-Auriol und Rue Jeanne d’Arc. Bereits 2012 entstanden soll es als Symbol des Widerstands verstanden werden.

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Künstlerin BToy aus Barcelona zauberte die amerikanische Revuetänzerin und Model Evelyn Nesbit an die Wand (Silvia für Slow in the City).

Zwei weitere Frauenporträts haben uns beeindruckt: Zum einen das Porträt von Evelyn Nesbit, einem amerikanischen Model und Showgirl aus dem frühen 20. Jahrhundert, das die spanische Künstlerin Andrea Michaelsson, besser bekannt als BTOY, geschaffen hat. Es ist am Haus an der 3 Rue Esquirol angebracht.

Zum anderen «La Madre Secular 2» des chilenischen Künstlers INTI bei der Nummer 81 am Boulevard Vincent-Auriol. Seine Madonna trägt keine religiösen Symbole, sondern Zeichen von Wissenschaft und Skeptizismus.

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La Madre Secular 2 des chilenischen Künstlers Inti (Silvia für Slow in the City).

Mural als Anamorphose

Ganz in der Nähe an der 110, Rue Jeanne D’Arc berührt uns das Werk des französischen Künstlers Julien Malland, bekannt als Seth. Es zeigt einen Jungen von hinten, der vor einem regenbogenfarbenen Gebäude steht. Das Besondere: Das Mural ist als Anamorphose konzipiert – eine optische Illusion, die nur aus einem bestimmten Blickwinkel vollständig zur Geltung kommt.

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Eine optische Illusion: der Junge mit dem Regenbogen des Künstlers Seth (Silvia für Slow in the City).

Wir kehren an den Boulevard Vincent-Auriol zurück, und zwar zur Nummer 142. Hier hat der französische Street-Art-Künstler Christian Guémy, bekannt unter dem Pseudonym C215, sein Werk «Le Chat Bleu» verewigt. Seine blaue Katze besticht durch fast fotografische Detailtreue – Street Art auf höchstem handwerklichem Niveau.

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Intensiv in der Farbe und detailreich: «Le Chat Bleu» des französischen Künstlers C215 (Silvia für Slow in the City).

Ein Galerist als Initiator der Murals

Dass der Boulevard Vincent-Auriol heute als eines der spannendsten Street-Art-Viertel in Paris gilt, ist vor allem dem Galeristen Mehdi Ben Cheikh zu verdanken. Mit seiner Galerie Itinerrance hat er es über die Jahre mit viel Gespür geschafft, namhafte internationale Street-Art-Künstler zu gewinnen. Das Resultat: eine urbane Galerie unter freiem Himmel, die das 13. Arrondissement nachhaltig verändert hat.

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Ein Werk ohne Titel von David de la Mano an der 6, Rue Jenner (Silvia für Slow in the City).

Fazit: Street Art statt Museum

Wer Paris abseits der Touristenpfade entdecken möchte, findet am Boulevard Vincent-Auriol eine Alternative zum klassischen Museumsbesuch. Hier begegnet man Kunst zufällig – beim Flanieren, beim Blick nach oben, zwischen Metro und Wohnblocks.

Street Art in Paris bedeutet hier: monumental, international und demokratisch. Keine Eintrittskarten, keine Öffnungszeiten – nur Fassaden, die Geschichten erzählen.

Weitere Infos: www.streetart13.fr

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6 Kommentare

  1. Der Link ‚Anfrageformular für Slow in the City-Reisen‘ funktioniert auf meinem iMac (Chrome) leider nicht …?

  2. Witzig, dass ihr von all den Pariser Hotels ausgerechnet das empfehlt, in dem wir letzten August zu Besuch waren. Die (auch dort) winzigen Zimmer ist man in Paris ja gewohnt, die 190 cm langen Betten waren für meinen 197 cm großen Mann Tobias aber inakzeptabel. Die Lage des ‚La Planque‘ zwischen dem hippen Canal St. Martin und dem bunten Belleville ist allerdings wunderbar.

    • Hally Sybille, danke für Deinen Input. Hast Du hier vielleicht eine Marktlücke erspäht? Arbeitstitel für einen neuen Hotel-Blog: Grossartige Hotels für grosse Leute. Oder so. Gruss, -andreas, Slow in the City-

    • Danke liebe Sabín! Es lohnt sich wirklich, diese Ecke von Paris mit der tollen Street Art zu besuchen!
      Silvia von Slow in the City