Wien
Alle Artikel aus Wien
Österreich Wien
〈
〉

Wien ganz anders: Im Setagayapark beginnt das Paradies

Der Setagayapark in Wien ist ein besonderer Ort: Der japanische Garten im 19. Bezirk verwandelt sich in eine grüne Oase fernab des Grossstadttrubels. Wer durch das Tor tritt, findet erstaunlich viel Ruhe – und noch mehr.

Es braucht manchmal nur ein paar Strassenbahnstationen, und Wien ist plötzlich ganz weit weg. Eben noch waren wir mitten in der Innenstadt und mussten uns durch die Touristenströme quälen – schon stehen wir im Setagayapark im 19. Bezirk in Döbling und tauchen ein in eine Oase der Ruhe. Einfach paradiesisch!

Das wurde uns schliesslich schon beim Eingang versprochen. Auf einem Stein steht die Inschrift «Furo-mon» (japanische Schriftzeichen). Übersetzt bedeutet das: Tor zur ewigen Jugend oder zum Paradies. Das nehmen wir doch gerne gleich beides.

Setagayapark Wien, 19. Bezirk
Eine Ruheoase mitten in der Stadt: der Setagayapark im 19. Bezirk (Silvia für Slow in the City).

Der Setagayapark: einer der ruhigsten Orte Wiens

Den Tipp haben wir von Basti Knöbl bekommen, unserem Guide, der uns schon einmal durch den 2. Bezirk geführt hat. Für ihn ist der 4700 Quadratmeter grosse Park einer der ruhigsten Orte Wiens. Und tatsächlich: Kaum haben wir das Tor passiert, scheint die Stadt hinter uns zu liegen. Während draussen die pulsierende Stadt ihre Geräuschkulisse entfaltet, ist drinnen davon höchstens noch ein sanftes Rauschen zu hören.

Kaskaden im Wiener Setagaya-Park, ein Bericht auf dem Online-Städtereiseportal Slow in the City.
Lustvoll plätschert das Wasser über die Kaskaden in den Seerosenteich (Silvia für Slow in the City).

Gleich hinter dem Eingang steht ein Teehaus. Ein Restaurant gibt es hier allerdings nicht; das Gebäude kann für Veranstaltungen gemietet werden. Davor liegt ein hübscher Teich mit blühenden Seerosen. Beim Blick ins Wasser entdecken wir Koi-Fische, Frösche und sogar Wasserschildkröten.

Auch in der grösste Hitze noch schön grün

Auffallend ist auch das satte Grün. Während selbst in Wien die Parks unter Hitze und Trockenheit leiden, wirkt es hier, als hätte jemand die Jahreszeit angehalten. Fast könnte man meinen, ein privater Gärtner kümmere sich um die Anlage. Der asiatische Gärtner, der gerade verwelkte Blüten abschneidet, lächelt stolz, zeigt auf sein T-Shirt und sagt: «Der Park gehört der Stadt Wien.»

Japanische Skulpturen im Wiener Setagaya-Park
Im Setagayapark begegnet man immer wieder japanischen Skulpturen (Silvia für Slow in the City).

Der Setagayapark ist tatsächlich ein Geschenk der Stadtgeschichte. Seine Entstehung geht auf ein Freundschafts- und Kulturabkommen zwischen Döbling und Setagaya, einem Stadtteil von Tokio, zurück. 1984/85 entstand daraus die Idee, in Wien einen japanischen Garten anzulegen.

Wie eine japanische Landschaft

Nach den Plänen des japanischen Gartengestalters Ken Nakajima wurde der Park zwischen 1990 und 1992 realisiert. Dabei sollte keine exotische Kulisse entstehen, sondern das Bild einer japanischen Landschaft. Der bereits vorhandene Baumbestand wurde geschickt in die Anlage integriert.

Koi-Fische, Frösche und Wasserschildkröten im Setagaya-Park in Wien Döbling.
Nicht nur Koi-Fische schwimmen im Teich, auch Frösche und Wasserschildkröten (Silvia für Slow in the City).

Vom Eingang folgen wir dem ansteigenden Pfad. Er symbolisiert den Lebensweg, den man mit jedem Schritt weiter hinaufgeht. Mächtige Bäume säumen ihn und spenden angenehmen Schatten. Je weiter wir gehen, desto stärker verschwindet die Stadt hinter uns. Und dann sind wir im Paradies.

Der Weg ins Paradies

Es liegt dort, wo die Quelle am oberen Ende des Parks ihren Lauf nimmt. Unter einer kleinen, gewölbten Holzbrücke hindurch fliesst sie über mehrere Kaskaden hinunter in den Seerosenteich. Der Anblick erinnert uns unweigerlich an die Seerosenbilder von Claude Monet.

Wir setzen uns auf eine der zahlreichen Bänke und lassen den Moment einfach auf uns wirken. Wasser plätschert, Blätter bewegen sich im Wind und im Teich ziehen die Koi-Fische gemächlich ihre Bahnen. Immer wieder entdecken wir japanische Steinskulpturen: eine Steinstupa, eine Steinlaterne oder die Skulptur einer Steinpagode.

Der Setagaypark in Wien widerspiegelt eine japanische Landschaft – und einen Lebensweg.
Der Park widerspiegelt eine japanische Landschaft (Silvia für Slow in the City).

Zur richtigen Zeit im Park

So ruhig uns der Setagayapark bei unserem Besuch vorkommt, er kann auch anders. Zur Kirschblütenzeit sollte man ihn definitiv meiden. Dann pilgern Instagrammer, Youtuber und Tiktoker hierher, um die rosarote Pracht festzuhalten. Mit der Ruhe ist es dann vorbei – und aus dem kleinen Paradies wird für ein paar Wochen eine ziemlich angesagte Bühne. Wir aber haben Glück – heute gehört dieses kleine Paradies uns.

Anreise zum Setagayapark in Döbling

Viele Wege führen von der Wiener Innenstadt zum Setagayapark an der Gallmeyergasse 4 im 19. Bezirk. Am bequemsten ist die Fahrt mit der Strassenbahn D ab Schwedenplatz bis zur Station Gunoldstrasse. Von dort geht es zu Fuss in wenigen Minuten über die Barawitzkagasse zum Park.
Geöffnet ist der Park vom 1. März bis 30. November: Im März täglich von 7 bis 18 Uhr, im April und September von 7 bis 20 Uhr, von Mai bis August von 7 bis 21 Uhr, im Oktober von 7 bis 19 Uhr und im November von 7 bis 17 Uhr. Vom 1. Dezember bis einschliesslich 28. Februar sowie bei winterlichen Verhältnissen bleibt der Park geschlossen.
Informationen zum Setagayapark

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert