Hamburger Hafenfähre 62 – grosses Elbe-Feeling zum kleinen Preis

Hafenrundfahrt in Hamburg? Kann man machen. Wir nehmen lieber die Personenfähre 62. Ergebnis: Viel gesehen, Horizont erweitert, Geld gespart.
Hamburg und der Hafen – dieses Duo gehört zusammen wie Ebbe und Flut, wie Franz und Brötchen, wie Speicher und Stadt.
Was uns zu einem weiteren Doppel führt: Touristen und Hafenrundfahrt – das ist in Hamburg der urban-maritime Klassiker, das passt richtig dicke.
Hamburger Hafenfähre Linie 62: Stadt-Feeling für Anfänger und Fortgeschrittene
Nichts gegen den touristischen Evergreen der Hafenrundfahrt– wer mag, kann sich das dauernde Plärren im Ohr, die routinierte Gutlaunigkeit der Reiseführer und den Touristenpulk im Hamburger Hafen auf einer Container-Safari zu einem Preis von etwa 18 bis 25 Euro ruhig antun.
Die schöne und mindestens zehn Euro günstigere Alternative dazu: Eine Fahrt mit der Hadag-Personenfähre, auf der auch Hamburger Pendlerinnen und Pendler unterwegs sind.

Steigen wir also ein. Bei einer Berufsfahrt von St. Pauli nach Finkenwerder, mit Hafen- und Werftblick, mit richtig viel Seeluft und Möwengeschrei.
Eine Kurzreise-Formel, die sich für Hamburg-Anfänger ebenso eignet wie für Leute, die immer wieder hierhin kommen und für einmal die Nase in den Elbwind halten wollen.
Fünf Stationen mit dem «Bügeleisen»
Nur gerade fünf Stationen steuert unser Schiff auf charmanter Mini-Hafenrundfahrt ab Ausgangspunkt St. Pauli-Landungsbrücken in westlicher Richtung stromabwärts auf der Elbe an.
In 30 Minuten Fahrzeit sehen wir so per Hafen-Shuttle die Fähranleger Altona, Dockland, Neumühlen/Övelgönne, Bubendey-Ufer und Finkenwerder. Eine entspannte Fahrt bei der sich ein Slow-Flow einstellt – vor allem, wenn man zur richtigen Zeit unterwegs ist (siehe Box).

Ersetzt die Fahrt auf der Hamburger Personenfähre 62 – im Volksmund wegen seiner markant-kantigen Bauweise zärtlich «Bügeleisen» genannt – eine klassische Hafenrundfahrt? Das vielleicht nicht gerade.
Aber auf dem Fährschiff erleben wir Hamburg nicht als ein Abklappern von Sehenswürdigkeiten, sondern als eine Berufsfahrt, die uns Besucherinnen und Besuchern eine langsame Annäherung an die Stadt erlaubt.
Vom Schiff aus sehen, was man bald an Land entdecken möchte
Das ruhige Dahinziehen auf der Elbe sorgt nicht nur für urbane Entspannung, es gibt uns auch die Möglichkeit, vom Fahrgastschiff aus Gegenden zu sehen, die wir vielleicht bald schon auch an Land kennenlernen werden.
Genau das ist die Qualität dieses Ausflugs: Ein authentisches Schippern im maritim-urbanen Bereich.

Je nach Stand der Gezeiten kann es auf der Fahrt mit der Hamburger Hafenfähre der Linie 62 auch passieren, dass man an viel grösseren Schiffen vorbeizieht, an einem Mega-Containerfrachter etwa oder an einem Cruise-Liner, der wie eine Kleinstadt-Überbauung daherkommt.
Wir Kleinen und ihr Grossen – beides hat Platz auf der Elbe. Und in unseren Erinnerungen.
An Land Geld ausgeben, das man auf dem Schiff gespart hat
Zusätzlicher Vorteil einer solchen Lustfahrt ins Biotop des maritimen Hamburgs: Man kann überall aus- und wieder zusteigen.
Was einen charmanten pekuniären Nebeneffekt hat: Das Geld, das man sich gegenüber der konventionellen Hafenrundfahrt gespart hat, kann man an Land in ein paar Drinks oder Kaffee und Kuchen investieren.
Diesen Extra-Batzen kann man zum Beispiel in der Kultbar Strandperle am Elbstrand von Oevelgönne verjubeln. Oder man holt sich schon vor der Abfahrt beim Bäcker ein Franzbrötchen.
Meine Lieblingsvariante: Das gesparte Geld auf einer Landpartie in Altona verjubeln. Das können wir uns durch den Finanztransfer von der konventionellen Hafenrundfahrt zur Hadag-Fähren-Cruise locker leisten.
Bei den Airbus-Riesen von Finkenwerder
Wer bis zum Schluss der Fahrt sitzen bleibt, kann sich mit dem kleinen Finanz-Puffer natürlich auch ein Glace in der Eis-Insel in Finkenwerder gönnen.
Falls Dir bei der Hadag-62-Endstation «Finkenwerder» irgendwie die Airline-Industrie in den Sinn kommen sollte, dann (f)liegst Du richtig. Ja, das einstige Fischerdorf ist Heimat eines wichtigen Flugzeugwerks; auf dem riesigen Fabrikgelände erfolgen Endmontage und Auslieferung der Airbus-Flugzeuge.
Zwar sind wir hier bei Slow in the City grosse Anhänger des erdgebundenen Transports, aber eine gewisse Faszination stellt sich in Finkenwerder auch bei uns ein, wenn einer der grossen Vögel ganz nah an der Elbe seine ersten Runden zieht und donnernd abhebt.
Ein Aussichtsturm für Shipspotter und Slow-Menschen
Einiges ruhiger geht es in Finkenwerder zu, wenn man sich die Zeit nimmt für einen halbstündigen Spaziergang vom Fähranleger bis zum Aussichtsturm im Rüschpark.

Die knallrote Plattform ist ein beliebter Ort für sogenannte «Shipspotter», die nichts lieber tun als ein- und auslaufende Schiffe zu fotografieren. Und für Slow-Menschen, die nichts lieber machen, als Ruhe im urbanen Raum zu finden. Und zu geniessen.
Abfahrtsort: Die Hadag-Linie 62 legt bei Landungsbrücken St. Pauli an der Brücke 3 ab.
Preise (Stand Sommer 2026): Eine Einzelfahrt kostet 4,10 Euro. Inklusive Rückfahrt zum Ausgangspunkt St. Pauli-Landungsbrücken sind es 8,20 Euro pro Person. Für dieses Geld kannst Du gleich auch eine Tageskarte für die Bereiche A und B in Hamburg kaufen. Hast Du eine Hamburg-Card des Hamburger Verkehrsverbundes HVV? Prima – so ist die Hafenfähre bereits inkludiert. Den Fahrplan der Linie 62 findest Du hier.
3 Slow-Tipps für die Hamburger Hafenfähre 62
Abfahrtszeiten: Die Hafenfähre Linie 62 ist als Ersatz für eine Hafenrundfahrt beliebt. Wer nicht im Touristenpulk untergehen will, wählt die Abfahrtszeiten sorgfältig. Am Morgen so früh wie möglich, idealerweise zur Zeit des Sonnenaufgangs. Ab 10 Uhr strömen die Massen aufs Schiff. Abends dünnt der Touristenstrom ab 18 Uhr aus.
Klima-Tipp: Auch bei hohen Sommertemperaturen immer eine leichte Jacke oder einen Pullover mitbringen – der Wind entwickelt manchmal erstaunliche Stärke.
Elbphilharmonie: Die «Elphi», massgeblich von den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron gestaltet, ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt und der Star im Hamburger Hafen. Das imposante Bauwerk siehst Du am besten bei der Rückkehr der Fähre 62 nach St. Pauli-Landungsbrücken. Und noch besser auf der Fähre 72, die wochentags ab Brücke 1 regelmässig zur «Elphi» schippert.
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