Stadtwanderung Milano – in 10 000 Schritten von Navigli bis zum Dom
10 000 Schritte
Milano in 10 000 Schritten erleben? Gute Idee! Freu Dich auf eine abwechslungsreiche Tour mit Kanal-Feeling und drei malerischen Abstechern.
Das Navigli-Viertel ist eine der bekanntesten Gegenden für Nachtschwärmerinnen und -schwärmer in Mailand. Bei schönem Wetter kann es im charmanten Kanalviertel abends ziemlich eng werden.
Sardellen-Feeling mögen wir nicht – aber die Gegend entlang des Naviglio Grande grundsätzlich schon. Vorschlag für unsere 10 000 Schritte: Früh losgehen am Morgen. Dann trifft man hier nicht auf Touristen, sondern nur auf Einheimische, die ihre Hunde spazieren führen und auf die Canottieri, die Ruderer, die auf dem spiegelglatten Wasser des Kanals ihre Ausfahrten machen.
Stadtwanderung in Milano: Eine Stunde nach Sonnenaufgang loslaufen im Navigli-Viertel
Die Zeit gleich um den Sonnenaufgang herum mag als besonders reizvoll erscheinen, doch dann ist meistens die Müllabfuhr damit beschäftigt, alles wegzuräumen, was am Abend zuvor weggeworfen wurde. Deshalb mein Rat: Erst etwa eine Stunde nach Sonnenaufgang loslaufen. Zwei Stunden später genügen – je nach Jahreszeit – auch noch.

Ein hübscher Startpunkt für unsere Stadtwanderung in Milano (siehe auch interaktive Karte weiter unten) ist das Hotel Combo an der Ripa di Porta Ticinese, 83, viel weiter kanalabwärts als die meisten Touristen je hinkommen. Das Combo ist eines der Hotels in Mailand, die mich bei jedem Besuch zehn Jahre jünger machen – einfach deshalb, weil es nur so brummt von jugendlichem Optimismus.
Was man von aussen nie denken würde, zeigt sich spätestens beim Eintreten ins grosse Gebäude: Ein weitläufiger und baumbestückter Garten lädt ein für den ersten Espresso oder Cappuccino. In aller Regel öffnet das Ristorante um 7.30 Uhr in der Früh.
Dem Kanal entlang und weiter in Richtung Porta Ticinese
Nach dem ersten oder zweiten Kaffee kann unsere genussorientierte Stadtwanderung beginnen. Die Flanier-Route führt zunächst entlang des Naviglio Grande, wo es sich lohnen kann, dann und wann eine der Brücken zu besteigen, um ein Bild der morgendlichen Szenerie zu schiessen.

Mit der nötigen Flanier-Ruhe wird es vom Hotel Combo her etwa 15 bis 20 Minuten dauern, bis man den grossen Kanal-Arm abgeschritten hat und per Überquerung der Piazza Ventiquattro Maggio in den Corso di Porta Ticinese einbiegt.
Etwa in der Mitte dieser quirligen Shoppingmeile, die zum grössten Teil von individuellen und lokal gut verankerten Anbietern lebt, stossen wir auf das südliche Stadttor von Mailand – Teil der mittelalterlichen Stadtmauer.
Ein Drink beim mittelalterlichen Stadttor
Die Strassenkreuzung an der Porta Ticinese Medievale eignet sich gut für einen hübsch garnierten Umtrunk. Zum Beispiel in der Bar DeAmicis Uno, die ihren Gästen täglich bis 17 Uhr einen ebenso reich gestalteten wie preisgünstigen Aperitivo bietet.
Für nur fünf Euro gibt es einen Aperol Spritz mit Oliven, Nüssen, Popcorn und einer schönen Portion des ringförmigen Knabbergebäcks namens Taralli.

Wer nach dieser Pause beim Weitergehen in Richtung Dom und Scala die linke Strassenseite des Corso di Porta Ticinese wählt, kann sich nach etwa fünf Gehminuten auf den ersten von drei Abstechern an unserer Route freuen.
Man biegt links in die kleine Seitenstrasse Via Gian Giacomo Mora ab – und stösst auf ein paar liebevokl und kenntnisreich sortierte Second-Hand- und Vintage-Läden, die immer gut sind für Überraschungen aller Art.
Abstecher Nummer zwei führt wieder links, beispielsweise über die Via Medici, ins ruhige In-Quartier von Milano. Der 5vie-Distrikt – er heisst so, weil er hauptsächlich aus fünf mittelalterlichen Strassen besteht – ist eine malerische und unaufgeregte Gegend. Kleine Gassen, Galerien, römische Mauern, da und dort eine Quartier-Osteria – eine Art Kleinstadt-Idylle mitten im touristischen Mailand. Slow-in-the-City-Feeling pur – das totale Gegenprogramm zum nahen Domplatz, der praktisch zu jeder Zeit stark bevölkert ist.
Ein Abstecher für Glace-Fans und Feinschmecker
Bevor wir dann über die Via Torino, die Nachfolgestrasse des Corso di Porta Ticinese, tatsächlich zur Piazza del Duomo vorstossen, empfiehlt sich ein dritter und letzter Abstecher an unserer Zehntausender-Route. Kurz nach der Mailänder Filiale von Urban Outfitters stechen wir dazu links in die Via Spadari rein, einer Strasse für Feinschmecker.

Gleich an der Ecke von Via Torino und Via Spadari empfiehlt sich das Caffè e Cucina Granaio für ein verdientes Gelato. Wer bezüglich Glace experimentierfreudig ist und weiter in das Strässchen vorstossen mag, wird bei Ciacco fündig. Aromen wie Kürbis, Ingwer oder Kiwi aus dem Veneto sind hier als Glace-Sorten nicht unbekannt. Sollten sie grad nicht angeboten werden, dann nur deshalb, weil man beim Experimentieren schon wieder einen Schritt weiter ist.
Zwischen Granaio und Ciacco befindet sich der Flagship-Store von Peck, einem der vornehmsten Delikatessen-Geschäfte der Stadt. Nur schon ein kurzes Reinschauen macht hungrig.
Von der Scala her noch weiter – oder clever wieder zurück
Von der Via Spadari her sind es dann nur noch wenige Gehminuten zu einigen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der Mailänder Dom mit seiner quirligen Piazza del Duomo und der gleich angrenzenden edlen Shopping-Passage Galleria Vittorio Emanuele II.

Sowie natürlich das Teatro alla Scala, das weltberühmte Opernhaus, das hier einfach «La Scala» genannt wird. Ab dem Domplatz sind es nur gerade fünf Gehminuten bis zum famosen Opernhaus.
Wer nach Besichtigung dieses Wallfahrtsorts für Liebhaber klassischer Musik noch genügend Schnauf hat, kann auch weiter bis zum Stadtpark Giardini Indro Montanelli gehen, das wären dann ab der Scala noch einmal rund 4000 Schritte hin und zurück.

Ansonsten würden wir empfehlen, ab der Scala den Weg zurück ins Navigli-Quartier unter die Füsse zu nehmen – mit diesen zwei Änderungen gegenüber dem Hinweg: Via Torino und Corso di Porta Ticinese jeweils auf der anderen Strassenseite als beim Hinweg wählen.
Und im Navigli-Viertel nicht, wie beim Hinweg, den Naviglio Grande nehmen, sondern den weniger touristischen Naviglio Pavese wählen. Va bene?
Slow-Tipp: So kommst Du zu Start und Ziel
Die wichtigsten Koordinaten für Deine Stadtwanderung in Milano.
In diesem Text führen uns unsere 10 000 Schritte vom Hotel Combo im Navigli-Viertel zur famosen Mailänder Opernhaus Teatro alla Scala und wieder zurück zum Navigli-Kanal. Aber logo, Du kannst diese Stadtwanderung natürlich auch in umgekehrter Richtung machen. Hier ein kurzer Beschrieb, wie Du mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Start- und zum Schlusspunkt kommst.
Hotel Combo, Ripa di Porta Ticinese 83: Ab Milano Centrale mit der Metro-Linie 2 (Richtung Assago Milanofiori Forum) bis zur Station Porta Genova, was etwa eine Viertelstunde dauert. Danach sind es noch etwa zehn Gehminuten bis zum Hotel Combo.
Teatro alla Scala: Ab Milano Centrale mit der Metro-Linie 3 (Richtung San Donato) bis zur Station Montenapoleone, was etwa fünf Minuten dauert. Von dort aus sind es noch einmal etwa fünf Gehminuten bis zum famosen Opernhaus. Hast Du noch etws Kleingeld im Rucksack? Okay: Von der Scala aus sind es nur noch zehn Gehminuten zur berühmten Via Montenapoleone, der teuersten Shoppingstrasse der Welt.