Paris
Alle Artikel aus Paris
Frankreich Paris

Parc des Buttes-Chaumont – Geheimtipp unter den schönsten Parks in Paris

Der Parc des Buttes-Chaumont im 19. Arrondissement von Paris überrascht mit Kalkfelsen, Wasserfällen und grandiosen Ausblicken – ein echter Geheimtipp.

Wer in Paris einen Park aufsuchen möchte, dem wird zuerst einmal der Jardin du Luxembourg oder der Bois de Boulogne empfohlen. Beide bieten wunderbare Möglichkeiten, im Grünen zu verweilen. Besonders Kinder lieben sie: Im Jardin du Luxembourg kann man auf dem Grand Bassin kleine Segelschiffe fahren lassen (für 8 Euro die halbe Stunde), im Bois de Boulogne lockt der Jardin d’Acclimatation. Auch der kleine Parc de Belleville bietet einen schönen Blick auf den Eiffelturm. Er wurde 1860 von Napoleon III. eingeweiht und ist der älteste Freizeitpark von Frankreich.

Wer es lieber entspannter und weniger überlaufen mag, sollte den Parc des Buttes-Chaumont entdecken. Der Park im 19. Arrondissement gilt unter Einheimischen als einer der schönsten von Paris.

Ein Besuch des Parks lohnt sich zu jeder Jahreszeit (Silvia für Slow in the City).
Das Highlight im Parc des Buttes-Chaumont: die kleine Insel mit dem Sibyllen-Tempel (Silvia für Slow in the City).

Galgenhügel, Mülldeponie, Massengrab – nicht gerade einladend! Von der düsteren Vorgeschichte dieses Ortes sollte man sich nicht abschrecken lassen. Heute zählt der Parc des Buttes-Chaumont zu einer der beliebtesten Grünanlagen der Pariserinnen und Pariser – und das auf 25 Hektaren.

Angelegt wurde er im 19. Jahrhundert von Ingenieur Jean-Charles Alphand auf dem Gelände ehemaliger Steinbrüche, in denen lange Zeit Gips und Kalk abgebaut wurden. Zur Weltausstellung von 1867 verwandelte er den unwirtlichen Ort in eine romantische Parklandschaft.

Sibyllen-Tempel und Hängebrücke

Die abwechslungsreiche Topografie machen einen Spaziergang hier besonders reizvoll. Immer wieder entdecken wir neue und überraschende Ausblicke und Perspektiven.

Wir betreten den Park bei der Rue Simon Bolivar und spazieren am Marionettentheater «Le Guignol de Paris» vorbei, passieren Felsen und Grotten, verschlungene Wege und sogar einen Wasserfall.

Beliebt bei Klein und Gross: das Marionettentheater Le Guignol de Paris (Silvia für Slow in the City).

Das Herzstück des Parks ist die kleine Insel mit dem Sibyllen-Tempel und der Hängebrücke. Entworfen wurde er von Gabriel Davioud, inspiriert von der antiken Tholos-Architektur. Die Kuppel des Tempels mit der gut sichtbaren Skulptur der Sibylle stammt vom Bildhauer James Pradier. In der antiken Mythologie galt sie als Prophetin, bekannt für ihre Weisheit und ihr Wissen über die Zukunft. Von der Plattform des Tempels bietet sich normalerweise ein herrlicher Ausblick auf den Park und den See. Aktuell bleibt die Insel bleibt allerdings wegen Renovationsarbeiten bis mindestens Mitte 2026 geschlossen.

Die Hängebrücke – einst als «Pont des Suicidées» bekannt – verbindet das Ufer mit der Insel und gehört zu den markantesten Fotomotiven des Parks.

Vom Parc des Buttes Chaumont geniesst man den Blick auf die Skyline von Paris (Silvia für Slow in the City).

Ein Park mit düsterer Vergangenheit

Für die Parkanlage wurden 1867 insgesamt 20 000 Bäume gepflanzt, darunter 400 grössere Bäume, 13 000 Setzlinge, 1000 freistehende Nadelbäume und 2000 Nadelhölzer in Baumgruppen. Der Park erhielt 2012 zahlreiche botanische Raritäten und exotische Bäume geschenkt, unter anderem einen japanischen Schnurbaum, einen Riesenmammutbaum und einen früchtetragenden Milchorangenbaum. Damit zählt der Parc des Buttes-Chaumont auch botanisch zu den interessantesten Parks in Paris.

Die Hängebrücke zum Sibyllen-Tempel ist derzeit gesperrt (Silvia für Slow in the City).

Noch ein Wort zur dunklen Vergangenheit des Parks: Hier stand im Mittelalter der Galgenberg «Gibet de Montfaucon», an dem bis ins 17. Jahrhundert die Gehängten zur Schau gestellt wurden. Später diente der Hügel als offene Müllhalde – der Gestank dürfte sich weit bis ins Stadtzentrum ausgebreitet haben, besonders als auch Tierkadaver hier entsorgt wurden. Kurz nach der Eröffnung des Parks versenkte man 1871 im See gar auch noch die Leichen von 300 Aufständischen der Pariser Kommune.

Picknick und Restaurants im Parc des Buttes-Chaumont

Warum sich dieser Park besonders für ein Picknick in Paris eignet? Ganz einfach: Hier darf man den Rasen betreten – zum Picknicken, Spielen und Toben. Eine seltene Freiheit in der französischen Hauptstadt! Picknickdecken, spielende Kinder, Studierende mit Büchern: Der Park wirkt lebendig, aber nie hektisch.

Wer lieber in einem der Restaurants einkehren möchte, findet im Park das Guinguette «Rosa Bonheur» mit gemütlichen Holzbänken oder das «Ora Farmhouse – Pavillon du Lac». Besonders charmant und lauschig sitzt man draussen an weissen Bistro-Tischchen mit Blick ins Grün.

Lauschig ist es draussen auf dem Kiesplatz an den weissen Bistro-Tischchen beim Ora Farmhouse – Pavillon du Lac (Silvia für Slow in the City).

Tipps für Deinen Besuch im Parc des Buttes-Chaumont

  • Adresse: Parc des Buttes-Chaumont, 75019 Paris
  • Eintritt: kostenlos
  • Beste Zeit: zu jeder Jahreszeit
  • Öffnungszeiten: im Sommer von 7 bis 22 Uhr, in Winter von 7 bis 20 Uhr
  • Anfahrt: Métro Nr. 7 bis Buttes-Chaumont oder Botzaris
  • Packliste: Picknick, Kamera und bequeme Schuhe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert